Die schwedische Dramatik, besonders die für Kinder und Jugendliche, hat seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Ihr Humor, ihre Poesie oder der Realismus, teils neue Dramaturgien, eine andere Auffassung von der Schauspielerei oder von der Beziehung zum Publikum haben Spuren in der Geschichte vieler Theater, in den Biografien und im Kunstverständnis von Schauspielerinnen und Schauspielern, Regisseurinnen und Regisseuren ganz besonders im deutschsprachigen Raum hinterlassen.
Dazu habe ich mit einer Reihe von Entdeckungen, Importen und Übersetzungen für den deutschsprachigen Raum beitragen dürfen, die im Laufe der Jahre in rund 250 Inszenierungen zu sehen waren. Und es werden mehr, glaubt es mir.
Besucht Staffan Göthe und Börje Lindström, Kristina Lugn oder Cristina Gottfridsson, Mats Kjelbye und Michael Druker, Med Reventberg oder Torsten Letser, Karin Boldeman und Cecilia Parkert, Agneta Elers-Jarleman und Gunnar Edander samt Lennart Hellsing, Thomas Tidholm oder Mats Ödeen oder Per Lysander, Åsa Ekberg-Kentros, Klas Widén und Göran Tunström, Mats Wahl, August Strindberg und noch andere. Vielleicht ganz neue, wie Christian Augrell oder Ninna Tersman.

DIRK H. FRÖSE ALS SOLCHER

(Zur Biografie)

Zeitungsvolontariat, gefolgt von Universitätsstudium in Köln und Paris. Kulturredakteur und Theaterkritiker an verschiedenen Tageszeitungen. Sieben Jahre verantwortlicher Redakteur der “Deutschen Bühne”.
Während dieser Zeit immer mehr Aktivitäten im Kinder- und Jugendtheater. Zehn Jahre Mitglied im Vorstand der deutschen Sektion der ASSITEJ (Internationale Vereinigung des Kinder- und Jugendtheaters). Zahlreiche Aufenthalte in Schweden. 1980/81 erste Übersetzungen schwedischer Dramatik.
1984 Sammelband mit schwedischen Kinderstücken (”Schwedisches Kindertheater”, Frankfurt am Main) in Verbindung mit der Programmplanung für das deutsch-schwedische Kindertheater-Projekt “Kinderkram” in Kiel, das der Beginn der dynamischen Rezeption des schwedischen Kindertheaters in den deutschsprachigen Ländern wurde. Herausgeber des ersten deutschen ASSITEJ-Katalogs, inspiriert vom Katalog des schwedischen Teatercentrum.
1985 bis 1991 Dramaturg am Schauspiel Köln und Schauspiel Frankfurt.
Mitglied des autoreneigenen Verlags der Autoren in Frankfurt am Main.
In Frankfurt 1991 bis 1993 Leiter der Projekts Kommunales Kinder- und Jugendtheater - das in der zweiten Spielzeit auf Grund von Haushaltskürzungen liquidiert wurde.
1996 bis 2004 erster Leiter des Jungen Staatstheaters Wiesbaden, das als Sparte des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden gegründet wurde.
1995 ein weiterer Sammelband (”Schwedische Theaterstücke für Kinder”, Frankfurt am Main).
Im Lauf der Jahre zahlreiche Übersetzungen schwedischer Stücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bisher rund 270 deutschsprachigen Inszenierungen.
Seit 2003 Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Dramatikerverband an der deutschen Version des nordischen Internet-Portals DramaDirekt (www.dramadirekt.com).
1997 Preis der deutschen ASSITEJ für den kulturpolitischen Einsatz für das Kinder- und Jugendtheater sowie alle schwedischen Entdeckungen. 2004 Ehrenmitglied der ASSITEJ.
2006 Göran O. Eriksson Stipendium, der Übersetzerpreis des Schwedischen Dramatikerverbandes.
2008 Zusammen mit Mats Kjelbye Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg für “Softgun”